Pedelec       

        

Flyer 11 C9 Premium

 

Im Oktober 2011 haben Christl und ich uns einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Nach umfangreichen Recherchen und auch Probefahrten haben wir für jeden von uns ein Pedelec angeschafft. Für Christl wählten wir die Rahmengröße S, für mich L. Der Höhenunterschied entspricht ziemlich gut demjenigen unserer Körperlängen. Ansonsten sind beide Fahrräder gleich, nämlich Flyer 11 C9 Premium aus der Schweiz. Die Ausstattung ist vom Feinsten: Premium Motor von Panasonic mit progressiver Unterstützung und drei  Unterstützungsmodi, 8-Gang Shimano Alfine Nabenschaltung, Magura Felgenbremsen, HS33 LED-Beleuchtung, höhenverstellbarer Lenker, motorunterstützte Anfahr- und Schiebehilfe, LCD Display mit integriertem Fahrradcomputer, Akku-Ladestands- und Verbrauchsanzeige, 26''-Laufräder. Wir hatten den 26 V-Akku mit der höheren Ladekapazität von 16 Ah gewählt, sowie einstell- und auch feststellbare Federgabeln. Sehr wichtig war für mich die aufrechte Sitzhaltung. Wir sind begeistert und haben nichts auszusetzen. Dass ein Pedelc 25 kg wiegt, wussten wir vorher. Die Räder stehen bei uns in der ebenerdigen Garage. Auf keinen Fall wollte und könnte ich diese Schwergewichte eine Treppe in den Keller hinunter- oder hinaufwuchten. Wie sich ein Transport mit der Höllentalbahn oder der Schauinslandbahn gestalten wird, müssen wir noch abwarten. Aber toll ist ja, dass beides, natürlich gegen extra Bezahlung, erlaubt und möglich ist..

Wegepunkt 155

 


 

So lange wie es diese Geräte schon gibt, bin ich begeistert von den farbigen Karten-Navigatoren. Ich gehörte zu den ersten Besitzern des GPSMAP 60CSx von Garmin. Wegen des grösseren Displays habe ich auch noch den satmap active10 erworben, obwohl beide Geräte zueinander nicht kompatibel sind und jeweils ihr eigenes Kartenmaterial benötigen. Auch brauchen Garmin und satmap verschiedene Programmsysteme wie MapSource und SatSync. Im Prinzip kann man aber auf beiden Geräten Routen bearbeiten und erstellen und auch aus verschiedenen Quellen vom PC importieren, sowie Routen vom Gerät auf Landkarten übertragen, die man auf dem PC darstellen kann. Beim satmap geht die Routenbearbeitung wegen des grösseren Sichtfensters ziemlich problemlos.

 

Sohlackerhütte - Rotenhof

 

Während der Aktionsradius bei einer kleinen Tageswanderung zu Fuß recht beschränkt ist und sich daher die Verwendung eines GPS-Systems nicht gerade aufdrängt, ist das bei Touren mit dem Pedelec schon ganz anders. In nur einer Stunde passiert man eine Vielzahl von Wegegabelungen mit jeweils mindestens einer Möglichkeit falsch zu fahren. Viele Wege im Wald sind zwar bezeichnet und sagen einem, wie das nächste Ziel am Wege heisst, nicht aber, ob das nächste Ziel eines ist, welches zur geplanten Route gehört. Dazu kommt, dass man auf dem Rad natürlich viel weniger Zeit  für die Wegeentscheidung zur Verfügung hat als auf Schusters Rappen. Die drei Bildchen oben zeigen Ausschnitte einer Rundfahrt, die vor unserer Haustür beginnt und endet. Die Tour führt durch den Sternwald hinauf zum Rehagsattel, weiter zum Sohlacker, vorbei am Rotenhof, dann in die Ortschaft Kappel. Von dort geht es an der Dreisam abwärts nach Hause. Die Lage des Rotenhofs kann man in den Ausschnitten ausmachen. Den Wegepunkt WP155 identifiziert man auch im rechten Bild. Nun kann man die Route vom satmap auf verschiedenste andere Karten übertragen. Im Bild unten erkennt man auch wieder WP155 an der Kreuzung vor dem Rotenhof. Hier handelt es sich um die Übertragung eines gpx-files in eine Vogelperspektive-Karte im SatSync online Routenplaner. Die Karte kann man sich dann in geeigneter Grösse und Seitenzahl ausdrucken, oder mit dem "snipping tool" am Bildschirm weiterbehandeln. Man erhält sogar ein Höhenpofil über die Länge der Strecke (wie im GPS selbst). In diesem Fall sind die Längen- und Höhenangaben in feet und miles gemessen. Die Rundtour ist demnach knapp 16 km lang und man erklimmt dabei etwa 460 Höhenmeter bis auf 760 m.

Kleine Sternwaldtour

Die oben behandelte Minitour, die es allerdings wegen der beträchtlichen Steigung in sich hatte und damit einen guten Test für unsere Pedelecs darstellte, haben wir an Allerheiligen 2011 in Angriff genommen. Wir sind vollkommen begeistert! Ein zusätzliches Plus unserer Pedelec-Unternehmungen besteht darin, dass ich im Haus Treppen so leichtfüssig erklimmen kann wie seit vielen Jahren schon nicht mehr.

Schloßbergturm

Diesen Blick auf den Schloßberg mit seinem Turm, auf das Dreisamtal zwischen Standort und Schloßberg und auf das Münster sahen wir so zum ersten Mal seit wir in Freiburg wohnen, denn bis zu diesem Aussichtspunkt waren wir zu Fuß noch nie gelangt und mit gewöhnlichen Rädern trotz ihrer 21 Gänge erstrecht nicht.

Roßkopf

 Selbst wenn es windet, reicht die elektrische Leistung, die von den vier Windrädern zur Verfügung gestellt wird (5,6 MW), nicht aus, um einen einzigen IC aus dem Freiburger Bahnhof ausfahren zu lassen. Um ein Kernkraftwerk mit 1300 MWel zu ersetzen, benötigt man Wind und 928 Windräder von der Art wie sie hier auf dem Roßkopf zu sehen sind.

Rast


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Es ist nicht so, dass der Motor einen ganz allein den Berg hinauf schafft. Man muss schon kräftig mitarbeiten. Deshalb ist manchmal eine kleine Rast auf einer der einladenden Bänke im Wald sehr angebracht. Wenn man schon nicht sehr sportlich aussieht, dann kann man sich auch einen Pletscher Korb für den Gepäckträger leisten. Sehr praktisch! Man kann ihn auch mit einem Griff abnehmen und zum Einkaufen mitnehmen.

 

Fazit: Wir haben viel über Pedelecs studiert. Wir haben von manchen Schwierigkeiten mit verschiedensten Fabrikaten gelesen. An unseren Flyern findet sich nichts davon. Sie haben allerdings auch ihren saftigen Preis. Dass unsere C9 Premium mit Akku 25 kg wiegen, erwähnte ich schon. Beim Fahren bemerkt man das höchstens positiv. Aber wehe, wenn der Akku leer wäre und man müsste bergauf fahren! Bei uns dürfte der Akku, solange er nicht defekt ist, in der Praxis kaum leer werden. Viel Erfahrung haben wir zwar noch nicht, aber wenn wir 30 km gefahren waren mit dauernder Unterstützung in der höchsten Stufe und bergauf  (weiter sind wir bisher an einem Tag noch nicht gekommen) dann sagte die Anzeige, dass noch 2/5 bis 3/5 einer Ladung zur Verfügung stünden. Das geht über unseren Tagesbedarf hinaus. Ausserdem ist das Wiederaufladen vom Strompreis her nicht teuer. Bei einer Nennspannung von 26 V und einer Ladekapazität von 16 Ah errechnen sich die Kosten für eine komplette Vollladung, bei einem angenommenen Wirkungsgrad von 70 %, zu weniger als 0,1 €. Leider ist die Rechnung noch nicht vollständig: Ein Lithium-Ionen-Akku überlebt nur einige hundert Ladezyklen. Beim Flyer werden dann € 600,-- fällig für den Austausch. Damit kommt man auf Ladungskosten in der Größenordnung von € 3,--. Ein Pedelec ist auch aus dieser Sicht viel zu teuer, und doch kostet sein Betrieb im Jahr weniger als eine Kreuzfahrt mit dem Schiff.

 

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