Aachen

        

  

Institut für Elektrische Nachrichtentechnik (IENT)

 

 

        

Als ich kein Student mehr war stellte ich meine weitere Berufsausbidung fürs Erste unter die Obhut des Ordinarius Volker Aschoff. Von vielen seiner Mitarbeiter am Institut für Elektrische Nachrichtentechnik (IENT) der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH), welches er nach dem 2. Weltkrieg gegründet hatte und welches er von 1950 bis 1972 leitete, um anschließend als Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt zu wirken, wurde er bewundert und verehrt. Seine humanistische Bildung, seine ausgeprägte Beobachtungsgabe und die Art, wie er ad hoc formulieren konnte, was er mitzuteilen gedachte, verliehen ihm eine unumstrittene Autorität, wie man sie im heutigen Universitätsbetrieb wohl nicht mehr finden wird.

 

Volker Aschoff

Während meines weiteren Berufslebens wurden mit zunehmendem Alter Sitzungen immer häufiger. Je älter ich wurde, desto mehr Zeit verbrachte ich tagtäglich bei Meetings der verschiedensten Organisationen. Und jedes Mal war Volker Aschoff im Unterbewußtsein bei mir und half mir, die Sitzungsteilnehmer schnell und präzise zu charakterisieren, was  wichtig für die eigene Verhandlungsführung war. Volker Aschoff schrieb einmal in einem seiner Aufsätze aus "Alma Mater Utopia":
"Wir alle kennen die verschiedenen Charaktere, die hier zusam-menkommen: Den Idealisten, der an das Gute im Menschen und die idealen Ziele der Technik glaubt; den Missionar, der die Kollegen zu seiner eigenen Lösung des Problems - oft etwas penetrant - bekehren möchte; den Demagogen, der das Auditorium nicht überzeugen, sondern überreden möchte; den querulierenden Verfahrensstrategen, der vor allem auf wirkungsvolle Selbstdarstellung und Auftrittseffekte zielt; den Nachredner, der das, was sein Vorredner gesagt hat, etwas umständlicher - und meist schlechter formuliert - noch einmal wiederholt; den Repetenten, der nach stundenlangen Diskussionen im letzten Augenblick vor der Beschlußfassung das Thema noch einmal ganz von vorne aufrollen möchte;den perfektionierten Halbschläfer, der mit seiner stufenlosen Wach-Schlaf-Haltung jedoch im richtigen Moment hellwach ist, und den Normalteilnehmer, der ein wenig von allen diesen Eigenschaften hat, jedoch Extreme vermeidet und darauf bedacht ist, in der Versammlung nicht aufzufallen."

IENT-Mitarbeiter 1968
Brandstifter in der zweiten Gig oben links
Doktoranden 1950-1972
Doktoranden des IENT 1950-1972

 

 

Von 1966 bis 1972 war ich mal wissenschaftlicher Mitarbeiter und mal wissenschaftlicher Assistent am IENT, mal Landesbediensteter, mal Beamter auf Widerruf. Ich gehörte zur Gruppe der "Brandstifter" (zweites Gig-Boot oben links), die Methoden der automatischen Brandentdeckung erforschte, und dazu u. a. ein internationales Pilot-Labor betrieb. Das Bild der Doktoranden bis zum Jahr 1972 ist der Festschrift der RWTH zum 50 jährigen Jubiläum des IENT entnommen.

Promotion 11.7.1970
Doktorhut eines Brandstifters und Rauchmelders

Diese Aufnahme entstand am 11. Juli 1970 nach der mündlichen Doktor-prüfung. Der von den Kollegen gebastelte Hut stellt einen (Cerberus-) Rauchmelder dar. An die Mechanik, die mit der kleinen Kurbel angetrieben und ganz nach oben gezogen wird, nachdem man den Nippel durch die Lasche gezogen hat, kann ich mich nicht mehr erinnern. Der Symbolgehalt des Häuschens mit zugehörigem Vogel ist einem breiteren Publikum nicht zu vermitteln, aber die große Sekundärpartikel, die aus der Koagulation vieler kugelförmiger Primärpartikeln hervorgegangen sein muss, kann man deutlich erkennen. Nebenbei: das Thema meiner Dissertation mit Referent Professor Dr.-Ing. V. Aschoff und Korreferent Professor Dr. phil. J. Meixner, die von der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktor-Ingenieurs genehmigt worden war, lautete: "Über Verfahren zur Bestimmung der Korngrößenverteilung hochkonzentrierter Polydispersionen von dieelektrischen Mie-Partikeln".

 

 

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